Was bleibt am Monatsende wirklich übrig?
Am 10. des Monats steht auf dem Konto ein ordentlicher Betrag, am 25. ist er fast weg. Das liegt selten an einem großen Fehlkauf, sondern daran, dass der Kontostand nur zeigt, was schon passiert ist. Die Miete, die Versicherung und das Fitnessstudio sind noch nicht abgebucht, aber das Geld gehört ihnen schon.
Warum der Kontostand in die Irre führt
Der Kontostand ist eine Momentaufnahme. Er weiß nichts von der Lastschrift, die übermorgen kommt. Wer nach dem Kontostand entscheidet, gibt Geld aus, das schon verplant ist, und wundert sich am Monatsende.
Hilfreicher ist eine Zahl, die nach vorne schaut: frei verfügbar bis Monatsende. Sie berücksichtigt alles, was sicher noch abgeht.
So rechnest du
- Aktueller KontostandNur das Girokonto, von dem die Ausgaben abgehen. Tagesgeld und Depot bleiben außen vor.
- Minus feste Abbuchungen bis MonatsendeMiete, Versicherungen, Abos, Kreditraten, Daueraufträge, auch auf das Sparkonto.
- Minus geplante AlltagsausgabenWas du bis zum Gehalt noch für Lebensmittel, Tanken und Co. brauchst, am besten aus deinen Budgets abgeleitet.
- Ergebnis: frei verfügbarDas kannst du ausgeben, ohne dass am Monatsende etwas fehlt.
| Kontostand Girokonto | 2.480,00 € |
| Noch offen: Miete am 28. | − 980,00 € |
| Noch offen: Strom am 20. | − 78,00 € |
| Noch offen: Streaming am 17. | − 17,99 € |
| Noch offen: Sparrate am 30. | − 200,00 € |
| Lebensmittel bis Monatsende (Restbudget) | − 190,00 € |
| Frei verfügbar bis Monatsende | 1.014,01 € |
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Was du mit der Zahl anfängst
- Spontane Käufe: Liegt der Betrag unter dem, was frei ist, kannst du ohne schlechtes Gewissen kaufen.
- Früh gegensteuern: Wird die Zahl Mitte des Monats knapp, ist noch Zeit, bei Freizeit oder Essen gehen etwas zurückzunehmen.
- Überschuss am Monatsende: Was übrig bleibt, gezielt verteilen, etwa in den Notgroschen oder ein Sparziel, statt es auf dem Girokonto liegen zu lassen.
Mehrere Konten
Hast du ein Gemeinschaftskonto und ein eigenes Konto, rechne für jedes Konto getrennt: welche Abbuchungen gehen von welchem Konto ab? Rücklagen auf Tagesgeld zählst du nicht mit, sonst sieht die Lage besser aus, als sie ist.
So geht es im Ausgabentracker
Der Ausgabentracker rechnet das für dich. Weil alle Ausgaben an ihrem Tag im Kalender stehen, weiß er, was bis Monatsende noch offen ist. Die Übersicht zeigt „frei auf dem Konto“: Kontostand minus alles, was noch abgeht.
- Bezahlt, noch offen und frei verfügbar in einem Balken
- Konten wie Tagesgeld lassen sich von „frei“ ausnehmen
- Budgets je Kategorie mit Warnung, bevor es knapp wird

Häufige Fragen
Zählt der Dispo als verfügbares Geld? Nein. Der Dispositionskredit ist ein teurer Kredit. Plane so, dass dein Konto zum Monatsende nicht ins Minus geht.
Wie oft sollte ich die Zahl ansehen? Vor größeren spontanen Ausgaben und einmal pro Woche reicht. Wer täglich schaut, macht sich eher Sorgen, als dass er besser entscheidet.
Was ist mit Ausgaben per Kreditkarte? Die Kreditkartenabrechnung kommt meist gesammelt einmal im Monat. Zähle die bereits angefallenen Kartenzahlungen trotzdem schon zu den offenen Abbuchungen, sonst rechnest du dich reicher.
Und wenn das Gehalt mitten im Monat kommt? Dann rechnest du einfach bis zum nächsten Gehaltseingang statt bis zum Monatsende. Wichtig ist der Zeitraum zwischen zwei Eingängen.
