Notgroschen aufbauen: wie viel und wie schnell

Stand: 2. Oktober 20263 Min. Lesezeit

Ein Notgroschen ist Geld für Ereignisse, die du nicht planen kannst: Jobverlust, ein Totalschaden, eine teure Reparatur an der Wohnung. Er sorgt dafür, dass so ein Ereignis ärgerlich ist, aber keine Schulden auslöst. Für viele ist er der erste und wichtigste Sparschritt.

Wie viel ist genug?

Eine verbreitete Faustregel lautet: drei bis sechs Monatsausgaben. Gemeint sind deine notwendigen Ausgaben, also das, was du auch in einer Krise weiter zahlen musst: Miete, Lebensmittel, Versicherungen, Mobilität, Kreditraten. Ausgaben für Freizeit oder Urlaub kannst du im Ernstfall streichen.

  • Eher drei Monate: sicheres Angestelltenverhältnis, zwei Einkommen im Haushalt, keine Kinder.
  • Eher sechs Monate oder mehr: ein Einkommen für mehrere Personen, Selbstständigkeit, befristeter Vertrag, Wohneigentum mit Reparaturrisiko.
Notwendige Ausgaben pro Monat (erfundene Zahlen)
Warmmiete und Strom1.058,00 €
Lebensmittel und Drogerie400,00 €
Versicherungen90,00 €
Mobilität150,00 €
Handy und Internet60,00 €
Notwendig pro Monat1.758,00 €

Drei Monate: rund 5.300 €. Sechs Monate: rund 10.500 €.

Wo der Notgroschen liegen sollte

  • Schnell verfügbar: innerhalb weniger Tage, ohne Verlustrisiko. Ein Tagesgeldkonto ist dafür üblich.
  • Getrennt vom Alltag: nicht auf dem Girokonto, sonst wird er unbemerkt Teil des Alltagsbudgets.
  • Nicht in schwankende Anlagen: Aktien oder Fonds können genau dann im Minus sein, wenn du das Geld brauchst.

Dieser Ratgeber ersetzt keine Anlageberatung. Welche Bank und welches Konto zu dir passen, hängt von Konditionen ab, die sich laufend ändern.

Schritt für Schritt aufbauen

  1. Zwischenziel: eine MonatsausgabeSchon das fängt viele kleinere Notfälle ab und motiviert für den Rest.
  2. Feste Sparrate per DauerauftragDirekt nach dem Gehaltseingang. Wie viel möglich ist, zeigt dir Was bleibt am Monatsende.
  3. Sonderzahlungen nutzenUrlaubs- und Weihnachtsgeld, Steuererstattung oder Bonus ganz oder teilweise in den Notgroschen.
  4. Nach einer Entnahme wieder auffüllenDer Notgroschen ist zum Benutzen da. Danach hat das Auffüllen Vorrang vor neuen Sparzielen.

So geht es im Ausgabentracker

Lege den Notgroschen als Sparziel an, mit Zielbetrag und Startbetrag. Der Ausgabentracker zeigt den Fortschritt und rechnet aus, wie viel du monatlich zurücklegen musst, wenn du ein Zieldatum setzt.

  • Sparziele mit Zielbetrag, Fortschritt und Sparrate
  • Tagesgeldkonto als eigenes Konto, auf Wunsch nicht bei „frei“ mitgezählt
  • Vermögensverlauf aus Kontoständen und Restschulden
Ausgabentracker mit Themen und Summen über mehrere Jahre
Beispieldaten aus der App

Häufige Fragen

Zählt das Tagesgeld für den Urlaub mit? Nur wenn du bereit bist, auf den Urlaub zu verzichten, falls ein Notfall eintritt. Klarer ist es, Notgroschen und Urlaubsrücklage getrennt zu führen.

Sollte ich zuerst Schulden tilgen oder sparen? Viele beginnen mit einem kleinen Notgroschen, etwa einer Monatsausgabe, und tilgen dann teure Schulden wie den Dispo. Danach wird der Notgroschen weiter aufgebaut. Bei konkreten Schulden hilft eine Schuldnerberatung.

Wann ist ein Notfall wirklich ein Notfall? Wenn die Ausgabe unerwartet, notwendig und dringend ist: kaputte Heizung, Autoreparatur für den Arbeitsweg, Einkommensausfall. Ein Angebot im Sale gehört nicht dazu.

Wie lange dauert der Aufbau? Das hängt von deiner Sparrate ab. Ein Beispiel mit erfundenen Zahlen: Bei 200 € im Monat sind 5.300 € nach gut zwei Jahren erreicht, mit Sonderzahlungen schneller.

Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Beträge in den Beispielen sind erfunden.

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